
Manch ein Schüler der Klasse Onitsch hat sich im Frühling beim Blick auf die Klassenrats-Traktanden gefragt, was damit gemeint sei. «Anfrage Apfelbaum», stand da auf dem Blatt an der Pinwand.
Es handelte sich um eine Anfrage des Schulabwarts Werner Frei, ob unsere Klasse «quasi Götti unseres Apfelbaums» sein wolle. Die Fragezeichen über den Köpfen der damaligen 4.-Klässler verflüchtigten sich ob dieser Erklärung noch nicht. «Das bedeutet», so Klassenlehrer Onitsch, «dass wir im Frühling aufpassen, dass andere Kinder keine unreifen Äpfel pflücken und sie als Wurfgeschosse missbrauchen.» Weiter würden wir im Spätsommer dafür sorgen, dass die runtergefallenen und faulen Äpfel korrekt entsorgt werden. «Als Höhepunkt», so Onitsch, «pflücken wir die Äpfel, sobald sie reif sind und machen daraus etwas Leckeres.» Nun lichten sich die Gesichter – es entwickelt sich gar Begeisterung für den Auftrag.
So gestaltete die Klasse Plakate mit dem Aufruf, die Äpfel am Baum zu lassen und hängten einzelne davon an die Äste. Im späten August, da die Äpfel reif sind, pflückten wir sie, sortierten sie nach «faul», «schön» und «gut genug für Süssmost». Daraus haben wir eine Woche später bereits zwei Flaschen Süssmost erhalten sowie selber Apfel-Crumbles in der Schulküche gebacken.
Sicherlich haben die Kinder der Klasse nun einen ganz anderen Bezug zum Apfelbaum, der zwischen den Pingpong-Tischen und dem Spielplatz steht. (so)