Herbstwanderung: Entlang der Schwenkelberg-Bahn

"Ich kenne Schüler, die noch nie auf dem Üetliberg gewesen sind", sagte einst Rotstift-Kabarettist Heinz Lüthi, "dafür aber in Togo oder auf den Malediven." 

Um genau dies zu beheben, ist in der Schule Wehntal die Herbstwanderung entstanden: Die Schülerinnen und Schüler - und auch die Lehrpersonen - sollen die Region, in der sie leben, besser kennenlernen. Sie sollen den Eggwald erleben, sollen das Wehntal erkunden, sollen sehen, was sich hinter der Lägern befindet.

Hinter der Lägern beginnt die Reise der 5.-Klässler. In Otelfingen, wo sich ein Gleis von der normalen SBB-Strecke abwendet. Verlassen sieht es aus. Unkraut umarmt die Schienen. Kein Wunder, diese Strecke ist seit 50 Jahren stillgelegt. Sie war damals eine Verbindung von Baden nach Bülach - kilometermässig kürzer als die heutige S-Bahn-Linie. Deshalb musste laut Schweizer Eisenbahngesetz  damals der Güterverkehr über die Schwenkelberg-Strecke, welche damals der Nordost-Bahn (N.O.B.) gehört hatte, befördert werden.

Die Steigung dieser Strecke ist allerdings beträchtlich, womit dieser Verkehr alles andere als wirtschaftlich war. Mindestens zwei Dampf- oder Diesellokomotiven mussten stets die Güterwagen ziehen und stossen. Schnell wurde klar: Die flache heutige S-Bahn-Strecke wäre dafür um einiges sinnvoller.

Die Wanderung auf den Gleisen - und was davon übrig geblieben ist - war für die Kinder eine willkommene Abwechslung zu den üblichen Wanderungen. Und sie kennen eine Sehenswürdigkeit des Zürcher Unterlands, welche viele Einheimische noch gar nicht kennen. (so)